Dienstag, 8. März 2011

Der ganz große Traum


Drama/Komödie - Deutschland 2010
FSK: Ohne Altersbeschränkung - 113 Min.

Regie: Sebastian Grobler




Während wir ganz selbstverständlich von Woche zu woche die bundesliga ansehen, dürften die wenigen wissen, wie wir überhaupt zu diesem Glück kamen, dass Fußball in Deutschland so beliebt ist.



Konrad Koch wird 1874 am Braunschweiger Martino- Katharineum als Englischlehrer eingestellt. Er erkennt schnell, dass er zu unkonventionellen Mitteln greifen muss, wenn er die Aufmerksamkeit seiner Schüler wecken will. Bei einem längeren England-Aufenthalt hatte Koch neben der Sprache auch das in Deutschland noch unbekannte Fußballspiel kennengelernt. Die neue Sportart soll der Schlüssel zu Herz und Verstand seiner Eleven werden. Er hat Erfolg, erregt damit aber den Argwohn der preußisch gesinnten Lehrerschaft und einflussreicher Eltern. Jetzt müssen die Schüler um Konrad Koch kämpfen, wenn er weiter ihr Lehrer bleiben soll. 



Ganz klar die Paralellen zu dem Film "Club der toten Dichter" sind kaum zu übersehen, da dies der Urfilm der Motivation junger Männer ist und bleiben wird. In diesen Film geht es nun um die Entstehung des Fußballs in Deutschland. In England hat es ihn schon längst, während wir Deutschen mal wieder die typische konservative Art an uns haben, alles was neu und modern ist, zu verachten. Das hat sich ja leider bis heute teilweise kaum geändert. Aber mit dem fußball sieht es zum Glück inzwischen ganz anders aus. Daniel Brühl spielt abermals gekonnt seine Rolle und vorallem die Schüler agnz verschiedener Art überzeugen allesamt. Sie spiegeln eine unbekümmerte Lebensweise, als man noch nicht vor dem Computer versackte sondern sich mit pädagogisch wervolleren Dingen beschäftigte. Allerdings herrschte auch eine strenge Art, von der wir heute mal lieber lassen wollen. 2 Stunden muntere Unterhaltung mit etwas Allgemeinwissen. Nicht nur für Fußballfans. Übrigens wußten sie, dass Rekordmeister Bayern das letzte Bundesland war, welches den Fußball erlaubte ?



Cast:
Konrad Koch  Daniel Brühl
Gustav Merfeld  Burghart Klaußner
Klara Bornstedt  Kathrin von Steinburg
Richard Hartung  Justus von Dohnanyi
Schricker Sen.  Axel Prahl
Dr. Jessen  Jürgen Tonkel
Dr. Roman Bosch  Thomas Thieme
Felix Hartung  Theo Trebs
Joost Bornstedt  Adrian Moore
Otto Schricker  Till Valentin Winter



 Trailer:
Der ganz große Traum

Rango


Abenteuer/Trickfilm - USA 2011
FSK: Freigegeben ab 6 Jahren - 107 Min.

Regie: Gore Verbinski



Während Gary Marshall den vierten Teil der Piratensaga um Captain Sparrow vorbereitet, hate sich Gore Verbinski, Regisseur der ersten drei Teile mit einem anderen Thema beschäftigt und nimmt augenzwinkernd das Western Genre auf die Schippe und stellt es zu gleich in Frage.



Ein Chamäleon fristet ein behütetes Dasein in seinem Terrarium, als er bei einem Beinahe-Unfall seines Besitzers mitten in der Wüste aus dem Auto geschleudert wird. Bei der Suche nach Wasser erlebt er erste Abenteuer und stößt auf ein kleines Kaff mit dem klingenden Namen Dirt. Dort empfiehlt er sich mit Angebergeschichten und einem eher zufälligen Triumph über einen gefährlichen Falken als künftiger Sheriff. Er nennt sich Rango und hat sogleich die Aufgabe herauszufinden, warum das Städtchen seit langem unter eklatantem Wassermangel leidet.



Kein geringerer als Johnny Depp hätte dieses Chamäleon sprechen können, denn diese Rolle hatte dem Vollblutschauspieler in seinem Repertoire gefehlt. Rango ist nicht einfach nur eine Parodie, sondern stellt den Heldenmythos in Frage und weißt auf das Umweltbewußtsein der amerikaner hin, die nämlich mit Las Vegas keines haben. Überhaupt ist Rango mehr ein Film für Erwachsene, zumal die Zitate aus der Zeit von john Wayner und Sergio Leone stammen. Selbst der Score von Hans Zimmer hätte von Ennio Morricone stammen können. Rango beweist, dass ein guter Zeichentrickfilm kein 3-D braucht, wenn die Story und das Timing stimmt. Man kann hier nur folgende Empfehlung aussprechen, wie die gefiederten Mariachis zu Beginn des Films mit mexikanischem Aktzent:" Lehen sie sich zurück, genießen sie den Film und essen dabei ihr Popcorn oder Eiskonfekt" Olé.  





Cast:
Rango  Johnny Depp
Beans  Isla Fisher
Priscilla  Abigail Breslin
Roadkill  Alfred Molina
Klapperschlangen-Jake  Bill Nighy
Doc, Merrymack  Stephen Root
Balthazar  Harry Dean Stanton
Bad Bill  Ray Winstone
Geist des Westens  Timothy Olyphant
Ambrose  Ian Abercrombie
verwundeter Vogel  Gil Birmingham
Angelique  Claudia Black
Tortoise John  Ned Beatty
Stump  Hemky Madera




Trailer:
Rango

Mittwoch, 2. März 2011

127 Hours


Drama - USA/Großbritannien 2010
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 93 Min.

Regie: Danny Boyle


Nachdem großen Oscarregen mit Slumdog Millionaire präsentiert uns Danny Boyle einen weitaus kleineren Film mit großer Wirkung.



Im April 2003 bricht Aron Ralston zu einer Klettertour im entlegenen Blue John Canyon in Utah auf. Bei einem eigentlich harmlosen Manöver rutscht er auf einem losen Fels aus und stürzt in eine Felsspalte, wo der Fels seinen rechten Arm einquetscht. Alle Versuche, sich zu befreien, scheitern. Hunger, Durst und Kälte rauben Ralston die Kraft. Am fünften Tag sammelt er seine letzten Energiereserven und schafft es, sich selbst den eingeklemmten Arm zu brechen, Fleisch, Muskeln und Nerven mit einem stumpfen Taschenmesser abzutrennen.




Was sich im ersten Moment eher öde anhört, ist ein kleines Genrewerk. Schon Ryan Reynolds in Buried, bewies mit seiner Leistung, dass ein Mann für pure Spannung sorgen kann. So auch James Franco, der zurecht für den Osacar nominiert wurde. Geschickt streut Boyle Erinnerungen aus der Vergangenheit von Ralston mit hinein, währen er verzweifelt versucht, sich zu befreien. Man leidet mit und es wird einem selbst klar gemacht, wie gut es uns geht, wenn immer alles zu Hand ist und was ein paar Tropfen Wasser ausmachen können. Die Szenerie, als sich Aron den den Arm entfernt, ist ebenso schmerzhaft anzusehen, wie eins Dustin Hoffmann beim Zahnarzt in dem Klassiker "Der Marathon Man" Gerade mal 90 Minuten dauert der Film und die sind im Nu rum. Keine großen Effekte und unnötige Szenarien, alles was das Leben so mit sich bringt und ausmacht wurde hier mit hieneingepacht und getragen von einer Person. Die anderen Darsteller sind lediglich Randerscheinungen. Passen sie auf, wohin sie treten. Jeder Schritt im Leben kann zur Veränderung führen.




Cast:
Aron Ralston  James Franco
Megan  Amber Tamblyn
Kristi  Kate Mara
Rana  Clémence Poésy
Mrs. Ralston  Kate Burton
Sonja  Lizzy Caplan
Mr. Ralston  Treat Williams



Trailer:
127 Hours

True Grit


Western - USA 2010
FSK: Freigegeben ab 12 Jahren - 110 Min.

Regie: Joel and Ethan Coen 







Jahr für Jahr überraschen uns die Coen Brüder mit einem neuen Werk und sie werden immer besser oder nie schlechter. Nach "A serious Man" nun "True Grit"








Frank Ross wird in einem kleinen Kaff wegen einer Lappalie von dem Feigling Tom Chaney kaltblütig erschossen. Seine 14-jährige Tochter Mattie reist an, um den Leichnam abzuholen. Sie hat sich in den Kopf gesetzt, den Mörder zur Strecke zu bringen. Dafür heuert sie den kantigen Haudegen Rooster Cogburn an, der widerwillig einschlägt. Die Spur von Chaney führt mitten ins Indianergebiet, wo nicht nur das Mädchen und der alte Mann seine Fährte aufnehmen, sondern auch der Texas Ranger LeBoeuf.




Für Jeff Bridges scheint es es nun die hochstunde seiner Karriere zu sein. Nachdem Oscar für "Crazy Heart" fallen ihm sämtliche rollen zu und ist zu gleich in zwei Blockbustern zu sehen. Dem Neuaufguss von Tron, dass dank ihm überhaupt sehenswert ist und der Geniale Western True Grit. True Grit ist der erfolgreichste Western seit "Der mit dem Wolf tanzt" und das ist gute 20 Jahre her. Seitdem hatte es kein Western geschafft das Publikum zu erreichen. Nun wagten sich die Coen Brüder an den alten Stoff von Charles Portis, welcher als "Der Marshall" bereits mit john Wayner 1969 verfilmt wurde. Hier handelt es aber nicht um ein Remake sondern eine eigene Interpretation des Stoffes. Die Coen Brüder verzichten weitesgehend auf die üblichen Schrägheiten, trotzdem kommen Fans des absurden nicht zu kurz. Immerhin ist das ihr Markenzeichen. Nachwuchstar Hailee Steinfeld biete Bridges Paroli und kann mit der Größes der Co-Stars mithalten. Auch Tausendsassa Matt Damon gibt einen hervorragenden Sheriff ab. Die Rolle von Josh Brolin fällt leider etwas kurz aus, kann aber den Film zusätzlich veredeln. Als besonderes Bonbon und vollkommen unverständlich warum der Film in dieser Kathegorie nicht nominiert wurde, ist die fantastische Filmmusik von Carter Burwell. Das Hauptthema bleibt einem regelrecht im Ohr sitzen und verleiht dem Film vollen Glanz. Leider ging True Grit bei den Oscars 2011 leer aus. Aber nominiert zu werden ist ja auch schon toll und der Zuschauer hat endlich nach langer Zeit einen richtig guten Western im Kino sehen können.




Cast:
Rooster Cogburn  Jeff Bridges
La Boeuf  Matt Damon
Mattie Ross  Hailee Steinfeld
Tom Chaney  Josh Brolin
'Lucky' Ned Pepper  Barry Pepper
Harold Parmalee  Bruce Green
Col. Stonehill  Dakin Matthews
Emmett Quincy  Paul Rae
Bear Grit  Ed Corbin



Trailer:
True Grit

Dienstag, 1. März 2011

Meine erfundene Frau


(Just Go with It)
Komödie - USA 2011
FSK: Ohne Altersbeschränkung - 116 Min.

Regie: Dennis Dugan



Über Adam Sandler kann man sich immer streiten, ob er nun lustig ist oder nicht. aber wenn man mal den anspruch abschaltet und sich einfach drauf einläßt, dann weiß auch diese Komödie durchaus zu unterhalten.




 Schönheitschirurg Danny hat eine todsichere Masche, um Frauen rumzukriegen: Er gibt sich als misshandelter Ehemann aus. All das will er hinter sich lassen, als er die umwerfende Palmer kennenlernt und sich in sie verliebt. Doch dann entdeckt sie Dannys falschen Ehering, und er muss sich auf ein Lügenkonstrukt einlassen, um Palmer nicht zu verlieren. Er überredet seine Assistentin und Vertraute Katherine, sich als seine Frau auszugeben, die die sofortige Scheidung will. Als auch noch ihre beiden Kinder ins Spiel kommen, wird es endgültig chaotisch und Danny entdeckt, für wen sein Herz wirklich schlägt.




Wie schon bei Kindsköpfe ist der Humor manchmal einfach so blöd, dass es schon wieder lustig ist. Hinzu kommen die sympathischen Hauptdarsteller, die das ganze mitragen und für hübsche Lacher sorgen. Sicherlich nicht jeder Gag sitzt und so mancher Klowitz ist ziemlich durchgehangen. Trotzdem hat Sandler in den Jahren eine Art an sich entwickelt, die ihn zum lustigen Kumpeltyp macht und über die man gerne herzhaft lacht. Wer überrascht, ist nicole Kidman die sich selbst auf die Schippe nimmt mit ihrem Schönheitswahn und anscheinend allmählich wieder auf die Spur kommt, wenn man mal auf die Oscarnominierungen 2011 schaut. Außerdem sind fiese Kinder immer was freches und sind wieso oft die heimlichen Stars des Films.
"Meine erfundene Freundin" ist ein harmloser Spass für Zwischendurch. Nicht und nicht weniger. Wer anspruch will, der gehe ins Arthaus.




Cast:
Danny Maccabee  Adam Sandler
Katherine  Jennifer Aniston
Devlin Adams  Nicole Kidman
Eddie  Nick Swardson
Palmer Dodge  Brooklyn Decker
Ian Maxtone Jones  Dave Matthews
Maggie  Bailee Madison
Adon  Kevin Nealon
Michael  Griffin Gluck




Trailer:
Meine erfundene Frau

Drive Angry


Action - USA 2011
FSK: keine Jugendfreigabe - 108 Min.

Regie: Patrick Lussier






Er spielte mit in Birdy, Wild at heart, Leaving Las Vegas, Face off, Adaption oder auch Lord of War. Alles brillante Filme. Und nun wird Nicolas Cage immer mehr zur Trashikone. Hier und da sicherlich lustig, aber auf Dauer sehr schade. 






Milton kehrt aus der Hölle zurück. Er hat drei Tage, um das Baby seiner ermordeten Tochter davor zu retten, von einem satanischen Kult geopfert zu werden. Mithilfe der attraktiven Kellnerin Piper und des kirschroten Boliden ihres Freundes macht Milton sich auf die Suche nach dem Sektenführer Jonah King, der die Hölle auf Erden entfesseln will. Schnell heftet sich nicht nur die Polizei an die Fersen Miltons, der eine Schneise der Zerstörung schlägt, sondern auch die rechte Hand des Teufels, der Buchhalter, der das schwarze Schäfchen in den Hades zurückholen soll.




Wie bereits erwähnt hat dieser Film mit großer Schauspielerei nichts zutun. Das ist Popcornkino in Reinkultur mit Trashfaktor. Auf der einen Seite recht amüsant, wofür man das 3-D Kino verwenden kann auf der anderen Seite besonders schade, wenn man sieht wie Nicolas Cage von einem Film zum anderen immer mehr abfällt. Sicherlich durch seine privaten Finanzen angeschlagen, muss er viele Filme drehen und ist auf die rollenangebote angewiesen. Aber muss es denn wirklich jeder Schund sein ? Ganz so blöde ist der Streifen nicht und man kann durchaus darüber schmunzeln. William Fichtner als obercooler Teufel und Amber Heard als sexy Lady. Das hat was. Nicolas Cage darf die Sau rauslassen und genehmigt sich ein Bier im Schädel oder darf durch die Gegend ballern, währen er Sex hat und Wiskey säuft. Eine Mischung aus Fluchtpunkt San Francisco, Horrortrash und "Shoot em' up" Hardcore Action mit Trashcharme.




Cast:
Milton  Nicolas Cage
Piper  Amber Heard
Buchhalter  William Fichtner
Jonah King  Billy Burke
Webster  David Morse
Cap  Tom Atkins
Frank  Todd Farmer
Mona  Christa Campbell
Candy  Charlotte Ross
Norma Jean  Kathy Mixon
Rookie  Edrick Browne
Sarge  Marc Macaulay
Roy  Pruitt Taylor Vince



Trailer:
Drive Angry