Donnerstag, 15. März 2012

Das gibt Ärger

USA 2011
Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Regie: McG




In zahlreichen Zeitungen verrissen, macht diese Agentenaction trotzdem Laune dank guter Hauptdarsteller.



FDR und Tuck sind Geheimagenten und beste Freunde, die nichts und niemanden zwischen sich kommen lassen - bis sie sich zufällig in dieselbe Frau, die quirlige Marktforscherin Lauren, verlieben. Von diesem Augenblick an gibt es richtig Ärger, die beiden CIA-Asse bekämpfen sich bis aufs Äußerste: mittels High-Tech-Überwachung, modernster Taktik und einem unerschöpflichen Waffenarsenal. Und ganz nebenbei sollen sie auch noch Superverbrecher Heinrich das Handwerk legen, der ihnen gerade bei einem Einsatz in Hongkong ein Schnippchen geschlagen hat.




Im Vorfeld war über diesen Film nirgendwo etwas gutes zu lesen. Von laschen Schauspielern bis hin zur lieblos heruntergekurbelten Inszenioerung, war alles darüber zu lesen. Doch bei näherem hinsehen und wenn man mal einfach das Hirn abschaltet, stellt sich das Werk als launiger Popcornfilm heraus. Wobei dies den Hauoptdarstellern zu verdaknen ist, dass der Film nicht vollkommen untergeht. Vielleicht kam die harrsche Kritik auch deswegen, weil Oscarpreisträgerin Reese Witherspoon mit spielt und sich auf so einen netten Blödsinn einläßt. Sie ist reizend wie eh und je. Hinzu kommen ihre Verehrer "Warrior" Tom Hardy und "Captain Kirk "Chris Pine, die auf unterhaltsame Weise Steuergelder für ihren egoistischen Liebesstreit verbraten, in dem sie teures Agentenequipment verwenden. Wer wirklich dumm drein schaut ist Till Schweiger. Er sollte allmählich kapieren, dass er nicht zum Hollywoodstar geboren ist und lieber in Deutschland weiter eigene Filme drehen, solange sie nicht zu ähnlich werden. Aber als Bösewicht mit weniger Zeilen als Schwarzenegger in Terminator (16 Zeilen), sorgt er für unfreiwilliges Gelächter. Ansonsten ein kurzer Spass für Zwischendurch. Immer drank denken, dass ist kein Arthausfilm.




Cast:
Reese Witherspoon als Lauren Scott
Chris Pine als FDR Foster
Tom Hardy als Tuck
Til Schweiger als FBI Agent Heinrich
Chelsea Handler als Trish
Laura Vandervoort als Britta
Kevan Ohtsji als Sushi Chef



Trailer:
Das gibt Ärger

Shame

Großbritannien 2011
Laufzeit: 101 Min.
FSK: ab 16 Jahre
Regie: Steve McQueen



Fotograf Steve McQueen, keine Verbindung zum 1980 verstorbenen Actionstar, legt mit Shame seinen zweiten Spielfilm vor, der sich mit dem Thema Sexsucht beschäftigt.



Mittdreißiger Brandon sieht gut aus, weiß sich zu kleiden. Er ist erfolgreich im Job und bei den Frauen, lebt in einem superschicken Apartment in New York. Eine feste Beziehung hat er nicht, stattdessen lebt er seine Sexsucht aus, zu jeder Zeit, an jedem Ort. Da taucht seine chaotische, labile Schwester Sissy bei ihm auf, nistet sich bei ihm ein. Sie geht ihm auf die Nerven, aber er fühlt sich auch für sie verantwortlich.




Workaholic Michael Fassbender passt in die Rolle des sexsüchtigen Brandon Sullivan bestens. So oft wie er in Filmen auftritt könnte man ihm selbst eine Form der Sucht nachrufen. Ob Sucht oder nicht. Er spielt abermals grandios und wird von seiner Filmschwester Carey Mulligan kongenial unterstützt. ein mutiges Thema, was bisher eher in die Tabuzone gehörte, wird offen gelegt. Der Film scheut sich nicht, das Problem offen auszusprechen und geht in die tiefen Abgründe eines Menschen, der nicht in der Lage ist, richtig zu lieben. Zwar neigt der Film zum Ende hin leicht moralisch zu werden und versucht das mit pornografischen Aufnahmen zu kaschieren. Trotzdem wünscht man sich auch in Zukunft mehr Mut zu Themen, die uns mehr angehen als man denkt. Gerade in Zeiten der multimedialen Möglichkeiten, wo wir eine Übersexualisierung erleben.



Cast:
Darsteller: Michael Fassbender als Brandon Sullivan
Carey Mulligan als Sissy
James Badge Dale als David
Nicole Beharie als Marianne
Lucy Walters als Mädchen in der U-Bahn
Mari-Ange Ramirez als Alexa
Alex Manette als Steven
Hannah Ware als Samantha



Trailer:
Shame

The Artist

Frankreich/Belgien 2011
Laufzeit: 100 Min.
FSK: ab 6 Jahre
Regie: Michel Hazanavicius




Hollywood blickt auf seine Anfänge zurück und prämierte einen französischen Stummfilm mit 5 Oscars in den wichtigsten Kategorien.



George Valentin ist ein großer Star des Stummfilms, doch mit dem Beginn des Tonfilms ist sein Stern im Sinken begriffen. Dafür erlebt die junge Peppy Miller einen berauschenden Karriereschub. Das sind nicht die idealen Voraussetzungen für eine harmonische Liebesbeziehung zwischen den beiden.




Wer hätte das gedacht ? In Zeiten von 3D und zahlreichen Specialeffectsorgien, ist ausgerechnet ein Stummfilm, der für große Furore sorgt. Und auch das Team ist eher für leichte Komödien zuständig. Hazanavicius ist hierzulande durch seine Agentenparodien Agent OSS bekannt geworden, die er mit seinem Hauptdarsteller Jean Dujardin drehte. Dujardin konnte auch schon in ernsten Rollen überzeugen. In "the Artist" bekommt er die Chance sein ganzes Können unter Beweis zu stellen. Was Dialoge hergeben, müssen nun Bewegung und Mimik ersetzen. Genau das gelingt seinen Hauptdarstellern und auch die Nebendarsteller, wie John Goodman benötigen für grandiose Leistungen keine Dialoge. Auf fantastische Weise wird das Ende des Stummfilms eingeleitet und endet mit einem Clou. Doch neben Menschen ist der heimliche Star des Films die Musik, welcher zurecht den Oscar erhielt. Gerschwin hätte seine helle Freude daran gehabt. er dürfte Pate gestanden haben. Hollywood sehnt sich nach "Alten Zeiten" zurück, wie man es auch bei Hugo Cabret sehen konnte. Als man noch Fantasie besaß und richtige Geschichten zu erzählen hatte. Wenn man die anderen nominierten Filme von 2012 sieht, dann kommt die Zeit eventuell auch wieder. Zumindest liefen dieses Jahr bereits einige gute Streifen.





Cast:
Jean Dujardin als George Valentin
Bérénice Bejo als Peppy Miller
John Goodman als Produzent Al Zimmer
James Cromwell als Clifton
Penelope Ann Miller als Doris
Missi Pyle als Constance
Malcolm McDowell
Beth Grant als Peppys Dienstmädchen
Stuart Pankin als Otto
Ed Lauter als Butler
Joel Murray als Feuerwehrmann
Christopher Ashe als Reginald Sassafras
Bitsie Tulloch als Norma
Calvin Dean als Mr. Sauveur

Clip:
The Artist

Montag, 27. Februar 2012

Ghost Rider - Spirit of Vengeance

USA 2011

Laufzeit: 98 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Regie: Brüder Neveldine




Und ein weiterter Schritt ins Abseits der Karriere von Nicolas Cage. Auch die Fortsetzung des noch schlechteren ersten Teils des Ghost Riders kann ihn aus dem Karrieretief nicht retten.




Johnny Blaze war einst Motorrad-Stuntman - bis er seine Seele an Mephisto verkaufte, um das Leben seines todkranken Vaters zu retten. Seitdem braust er als Ghost Rider durch die Nacht, muss im Auftrag des Teufels Böses tun, schafft dann aber doch immer wieder das Gute. In der Einsamkeit Osteuropas sucht er nun seinen Frieden. Doch damit ist es vorbei, als die Handlanger Satans den mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Danny und dessen Mutter Nadya entführen und Kriegermönch Moreau Blaze bittet, ihm bei der Suche nach dem Jungen zu helfen.




Noch laufen seine Filme im Kino. Aber wenn Nicolas Cage nicht wirklich bald mal wieder einen richtig guten Film dreht, statt einen Trashstreifen nach dem anderen, dürfte auch er bald in der Nische der Videothek landen. Sahen die ersten Bilder der Fortsetzung des Ghost Riders auf der Comic Con noch sehr verheißungsvoll aus, so ist das Gesamtwerk ein riesengroßer Schrott und für einen Film ab 12 Jahren viel zu brutal. Da brauchen wir uns auch nicht wundern, wenn die Kinder immer gewaltätiger werden. So ein Streifen wäre vor ein paar Jahren locker noch ab 16 gewesen. Die Geschichte ist dünner als eine Speisekarte bei McDonalds und die 3-D Effekte sind durch die Wackelkamera nichtig. Man kann es sich sparen. Allerdings muss man Nic Cage und Idris Elba die Selbstironie anrechnen mit der sie ihre Rollen spielen. Doch das reicht nicht. Von den "Crank"machern Neveldines hätten wir weitaus besseres erwartet, als so ein Schmarrn.




Cast:
Nicolas Cage als Johnny Blaze/Ghost Rider

Ciarán Hinds als Roarke
Violante Placido als Nadya
Johnny Whitworth als Ray Carrigan
Christopher Lambert als Methodius
Idris Elba als Moreau
Spencer Wilding als Grannik
Fergus Riordan als Danny
Jacek Koman als Terrokov
Sorin Tofan als Kurde
Anthony Head als Benedict




Trailer:
Ghost Rider - Spirit of Vengeance

Safe House

USA 2012

Laufzeit: 115 Min.
FSK: ab 16 Jahre
Regie: Daniel Espinosa




Spannendes Hollywooddebüt des chilenischen-schwedischen Regisseurs Daniel Espinosa, der hierzlande mit seinem letzten Werk Easy Money zu sehen war.





Ein ganzes Jahr hat Matt Weston, der für die CIA in Südafrika ein sicheres Haus leitet, tatenlos auf seine Bewährungschance gewartet. Als sie sich ihm unerwartet bietet, ist Weston geschockt. Sein erster Hausgast ist der gefährliche, abtrünnige Ex-Agent Frost, der zehn Jahre Geheiminformationen an internationale Kunden verkaufte, sich gerade aber den Behörden stellte. Der Grund ist seine jüngste Akquisition, ein Datenchip, der Frost und Weston ins Visier von Killern und auf der Flucht in permanente Lebensgefahr bringt.





Durch Kumpel Tony Scott konnte Denzel Washington bereits mehrmals Beweisen, dass er auch im Actiongenre beide Beine fest auf dem Boden hat. gerade seine sympathische Art ist es, die einen verleitet sich den Film anzusehen, selbst wenn es solcher Unterhaltungshumbug ist wie "Deja Vu" Safe House ist alles andere als Humbug. Ein spannender Actionthriller mit politischen Anleihen. Bis in die kleinste Nebenrolle bestens besetzt. Wobei manche Personen auf solche Rollen abonniert scheinen. Seit Jahren kann man u.a. Sam Shepard entweder als CIA Chef oder als Lieutenant sehen. Für Ryan Reynolds ist Safe House abermals eine gute Gelegenheit zu zeigen, dass er mehr kann als nur in Komödien aufzutreten. Wobei wir dass seit seinem formidablen Soloauftritt in "Buried - Lebendig begraben" längst wissen. Die Chemie zwischen den Hauptdarstellern stimmt. Auf unnötige größere Romanzen oder sonstige Klischeefallen wird verzichtet. Stattdessen wird handgemachte Action angeboten ohne technische Spirenzen. Daher blicken wir über manche Logikfalle hinweg und genießen einen spannenden Kinoabend.



Cast:
Denzel Washington als Tobin Frost

Ryan Reynolds als Matt Weston
Vera Farmiga als Catherine Linklater
Brendan Gleeson als David Barlow
Joel Kinnaman als Keller
Sam Shepard als Harlan Whitford
Rubén Blades als Carlos Villar
Nora Arnezeder als Ana Moreau
Robert Patrick als Daniel Kiefer
Liam Cunningham als Alec Wade



Trailer:
Safe house

Extrem laut und unglaublich nah


Originaltitel: Extremely Loud and Incredibly Close
USA 2011
Laufzeit: 129 Min.
FSK: ab 12 Jahre
Regie: Stephen Daldry




Regisseur Stephen Daldry nimmt sich dem Thema 9/11 aus der sicht eines Jungen an, der so ziemlich alle Phobien hat, die man haben kann und der seinen Vater durch den Terroranschlag verloren hat.


Der elfjährige Oskar Schell ist autistisch und verliert seinen Vater bei den Anschlägen des 11. Septembers. Als er im Nachlass seines geliebten Vaters einen Schlüssel mit der Aufschrift "Black" findet, beschließt der verhaltensgestörte Junge alle 478 New Yorker mit diesem Nachnamen zu besuchen. Er will herausfinden, welches Schloss der Schlüssel öffnet und hofft so die Verbindung mit seinem Vater verlängern zu können. Die neuen Bekanntschaften, die Oskar auf seiner Odyssee durch den Big Apple kennenlernt, helfen im zu einem gewissen Grad seine emotionale Einkapselung zu überwinden.




Zuletzt drehte Stephen Daltry eine solide Verfilmung des Weltbestellers "Der Vorleser" und mit "Abitte" konnte er sich als guter Geschichtenerzähler etablieren. Aber hier geht dem Regisseur teilweise die Puste aus. Jonathan Safran Foer's Romanvorlage biete einen hervorragenden Stoff, der eine wesentlich bessere Verfilmung verdient hätte. Thomas Horn als Oskar liefert eine tolle Leistung ab. Die Rolle als hypchondrisches Kind verlangt einiges ab und dürfte nicht gerade leicht sein. Auch die restlichen Stars wie Tom Hanks, Sandra Bullock, Max von Sydow oder Jeffrey Wright sind nicht das Problem. Es sind die einzelnen Leute, die Oskar aufsucht. Manche kommen zu kurz vor oder so gut wie gar nicht. Andere zu lang. So dass nach einiger zeit auch etwas Langweile aufkommt. Manche Figuren sind zu blass. Der Zuschauer würde gerne mehr erfahren und bleibt auf dem Trockenen. Für einen gemütlichen Filmabend daheim, ist der Filme allemal gut und immer noch besser als den Tv-Film der Woche. Doch für einen großen Kinofilm ist dieser etwas zu dürftig. Eine vertane Chance.  




Cast:
Tom Hanks als Thomas Schell
Sandra Bullock als Linda Schell
Thomas Horn als Oskar Schell
Max von Sydow als der Mieter
Viola Davis als Abby Black
John Goodman als Stan, der Portier
Jeffrey Wright als William Black
Zoe Caldwell als Oskars Großmutter
James Gandolfini als Ron



Trailer:
Extrem laut und unglaublich nah